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Festung der Schatten-Geschichtsvorschau — Kapitel Drei

EIN LICHT IM DUNKEL

Ein Tag gleicht dem anderen. Diese karge Ebene der Existenz beherbergt nur Dunkelheit und Kälte, zwei Dinge, an die ich mich wieder gewöhnen musste, nachdem ich in diese Hölle verbannt wurde. Egal, wo ich hinlaufe, ich kann der glühenden Kugel nicht entkommen. Sie verfolgt mich.

Ich summe jetzt immer eine Melodie vor mich hin, um den Wahnsinn zurückzudrängen. Spaß macht mir das keinen, aber es hilft. Es half mir schon damals, als ich unter der Mondoberfläche gefangen war. Hier wimmelt es nur so vor Besessenen und Schar. Hinter jeder Ecke. Und ich bin nicht in der Verfassung, mich zu verteidigen. Mein Verstand ringt darum, den Fokus zu behalten. Ich muss mich nur ausruhen. Nur ein bisschen …

Ein gleißendes Licht weckt mich. Die glühende Kugel? Das Strahlen ruft mich. 

Nein. Hör auf damit. Ich verliere wieder meinen Verstand. Summ das Lied.

„Eris!“

Das bildest du dir ein. Oder noch schlimmer — die Hexe ist wieder da.

„Eris!“ 

Die Kugel kommt näher. Kann es sein?

Ich stelle mich hin, das Licht erwartend. Und breche in Dunkelheit zusammen.

Ich bin wach, glaube ich, obwohl es sich wie ein Traum anfühlt.

„Du bist der Hexenkönigin begegnet und hast überlebt.“

Ich bin mir nicht sicher, ob dieses Gespräch mit Toland real ist oder ein Hirngespinst. 

„Ich bin keinen Deut näher, ihren Machenschaften auf die Spur zu kommen.“

„Erzähl mir, was hat sie gesagt?“

„Nur Rätsel und Spott. Sie benutzte euch, jeden von euch, hat eure Stimmen pervertiert … Ich war nah an etwas dran. Unter der Oberfläche. Es schlummert.“

„Interessant.“

Egal wie, ich muss dringend hier raus. Ich muss weitermachen, egal, wie schmerzhaft es wird.

„Wo willst du denn hin? Du bist nicht in der Lage, dich zu bewegen.“

„Ich muss. Ich kann nicht anders.“ 

„Redest du dir das ein, um dich zu motivieren oder bist du blind vor Besessenheit?“

Jetzt bin ich mir sicher, dass er real ist. 

„Bist du denn gar nicht neugierig darauf, was da unten schläft? Ich schon.“

Und schon hat er mein Interesse geweckt. Ich lasse diese kurze Atempause zu.

„Sprich weiter.“

„Unsere Zeit im Höllenschlund … bedarf weiterer Untersuchung. Ich denke oft an unser glorreiches Versagen. Irgendetwas stimmte da nicht.“

„Ich kann mir vorstellen, dass Sterben etwas beunruhigend ist.“

„Schon, aber das hier geht über diese Leere hinaus. Unser Einsatztrupp bestand aus manchen der Besten, die jemals das Licht besaßen, und doch wurden wir mit Leichtigkeit ausgelöscht.“

 „Sie hatten Waffen … wir waren unvorbereitet.“

„Auch wahr, aber die Umstände stören dich nicht?“

„Sie suchen mich noch heute heim. Ich bezweifle alles, was Sie sagen würde.“

„Aber warum sagt Sie dann überhaupt etwas?“

Ja, warum wohl.

„… Sie will mich führen, Toland.“

„Spiel Ihr nicht in die Hand.“

„Du schenkst Ihren Rätseln Glauben. Wir müssen die Wahrheit erfahren, koste es, was es wolle.“

„Sei vorsichtig, Eris. Oder du endest vielleicht wie ich. Oder noch schlimmer!“

„Meine Pflicht ist die gleiche wie immer.“

„Das habe ich befürchtet.“

„Es muss—“
Ein Lichtblitz und wieder kann ich nichts sehen. Ich höre, wie Toland nach mir ruft, aber ich werde von ihm weggerissen, von dort.  

Jetzt ist es warm. Und hell. So hell.

„KLICK.“ 

Ich spüre ihre Waffen auf mich gerichtet. 

Ich bin umzingelt. 
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