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Festung der Schatten-Geschichtsvorschau — Kapitel Zwei

DIE SCHWARZE NADEL

Mein Kopf dröhnt, aber ich gehe weiter. Der Ort, den ich gefunden habe — er verursacht Schmerzen. Natürlich liebt die Schar das Leid, das sie mit sich bringt. Doch das wird mich nicht aufhalten. Es sind schon Monate vergangen, seit ich den Turm verlassen habe. Was kann ich mit meiner Reise vorweisen? Nur tote Enden. Wispern. Nichts.

Was immer die Schar plant, ich komme ihnen nicht auf die Schliche. Jeder Ort, den ich untersuche, sieht vielversprechend aus, und doch wurde ich jedes Mal enttäuscht. 
Hoffentlich bin ich hier richtig.

Ich spüre, wie ich angezogen werde, von diesen Tunneln, die sich von Felsen und Schmutz in Kacheln und Prunk verwandeln. Irgendetwas … stimmt nicht. Mir ist nicht einmal ein einziger kleiner Leibeigener begegnet. Ich würde mich ja glücklich schätzen, aber ich weiß es besser.

Schön in den Schatten bleiben. Schleich von Säule zu Pfeiler. Vorsicht ist nicht vorsichtig genug.

Ich erblicke uralte Schriftrollen. Tafeln. Etwas hier muss doch nützlich sein.

Nein.

Unverständliches Geschwätz. Habe ich mich die ganze Zeit geirrt? Haben sie genauso wenig Ahnung wie wir?

Eine leichte Brise zerstreut die Rollen. Eine Brise? Hier? Unter der Oberfläche?

„Eris …“

Der Wind trägt eine Stimme zu mir. Sai? Das kann nicht sein.

Gelächter aus einem Korridor. Eriana! „Komm zurück zu uns, Eris.“ Vell …

Sie sind tot. Das kann nicht real sein. Ich falle nicht auf die billigen Tricks der Schar rein.

Die Bö wird stärker, sie weht den Staub und Ruß aus den Tunneln herauf. Sie saught die Luft aus dem Raum. Ich kann mich kaum auf den Beinen halten.

„Hast du geglaubt, es würde so einfach?“ Dieses Mal ist es Toland. Das Echo der Stimme hallt überall um mich herum.

Welch Grausamkeit …

„Nein, Hexe. Ich dachte, es würde schwerer, … dich zu finden.“

Ein schriller Schrei attackiert mich. Dieser Schrei ist in mein Gehirn gebrannt. Armer Omar …

Ich werde mich von Ihr nicht beirren lassen.

„Sag mir, Erzentropin, nun, da du mich hast … was wirst du mit mir anstellen?“

Eriana erscheint vor mir, ein Gebilde aus Fels und Sand. Sie wagt es—

„Anstellen? Kind der Schar, siehst du denn nicht? Wir sind Eins. Hasst du das?“

Ich winde mich vor Missfallen. Kind der Schar? Bin ich das? Bin ich deshalb noch am Leben? Ich will das nicht.

„Du bist genauso wenig meine Familie wie ein Parasit für seinen Wirt. Du wirst sterben, wie dein Bruder vor dir.“

Sie gackert. Es dreht mir den Magen um.

„Wenn du doch nur einen Blick auf die düstere Königlichkeit geworfen hättest, die unter dir schlummert …“

Unter mir? Ihre Worte sind verdrehte Halbwahrheiten. Lass dich nicht einwickeln.

Der Schmutz und Staub in der Luft wirbeln wild umher, prasseln auf mich ein. Ich bin in einem Wirbelwind gefangen. Es schnürt mir die Brust zu. Atme in kurzen Stößen. Ich kann nicht sehen. Es ist überall um mich herum.

„So nah zu sein, und doch nur an der Oberfläche zu kratzen, muss an der Faser deines Verstandes reissen.“

Der Sturm ebbt ab, ich huste den Schmutz aus und kann endlich wieder sehen.

 „Öffne deine Augen, Eris …“

Die Farbe verschwindet aus der Welt um mich herum.

Als der Staub sich legt, bemerke ich, dass ich nicht mehr dort bin, wo ich war. Eine grünschwarze Sonne hängt im Himmel und eine leuchtende Sphäre schwebt in der Ferne.

Dunkelheit hüllt mich ein und ich bin allein. Schon wieder. 
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