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Festung der Schatten-Geschichtsvorschau — Kapitel Eins

ZERSPLITTERT

„Dein Tee ist kalt.“

Ich hatte ganz vergessen, dass Ikora ihn mir gereicht hat, da ich ganz in Gedanken versunken bin.

„Ich … ich bin schon einmal verbrannt worden.“

„Hat die immer düster vor sich hin brütende Eris Morn etwa einen Witz gemacht? Ich bin geschockt.“

„Das Universum ist groß. Dort gibt es noch einiges, das uns schocken wird.“

Wir schweigen eine Weile.

„Ich dachte mir, wir sollten hinunter in die Stadt gehen. Da gibt es einen super Ramen-Laden. Die perfekte Mischung aus scharf und würzig.“

„Da hätte ich Lust zu.“

Sie beäugt mich. Weiß sie es etwa?

„Du willst uns verlassen.“

Sie durchschaut mich immer.

„Sag mir, dass ich Unrecht habe.“

„Ich folge einer höheren Bestimmung.“

 Das ist keine befriedigende Antwort für sie. In ihrem Gesicht spiegelt sich Enttäuschung.

„Wann kommst du zurück?“

Doch darauf habe ich keine Antwort.

„Du lässt uns also im Stich.“

„Es gibt noch so viel zu tun. Du hast nicht gesehen, was ich gesehen habe.“

„Ohne dich wären wir verloren gewesen. Wir brauchen dich hier, das weißt du doch.“ 

Wenn ich ihr sagen würde, wohin ich gehe, was ich tun muss, dann würde sie mir einfach verbieten, zu gehen.

„Ich muss das alleine erledigen. Es ist …“

„Lass sie gehen.“

Zavala. Muss sich immer einmischen.

„Eris hat ihre Entscheidung getroffen. Du kannst sie nicht zwingen, hier zu bleiben.“

„Weißt du überhaupt, was du da sagst, Zavala? Vergisst du, dass wir nur dank ihr überlebt haben?“

„Und dafür sind wir alle dankbar, aber wenn wir nicht ohne eine Einzelperson klarkommen, dann überleben wir sowieso nicht lange.“

Eine Schlacht, die Ikora nicht gewinnen kann. Ich werde sie nicht kämpfen lassen.

„Dein Wispern ist überall im Turm zu hören. Wäre ich nicht dort, wie du es bevorzugst, dann müsste ich sie nicht länger ertragen.“

Der tapfere Commander kann mich nicht einmal ansehen.

„Ist das wahr?“

Ikora, du kennst doch die Antwort bereits. Ich kann nicht noch mehr Zeit verschwenden.

„Wie ich schon Asher gesagt habe: Ein Sturm zieht auf …“

„Oryx ist tot. Wir haben den Sturm überstanden.“

Ikora ist aufgebracht. Sie sieht noch nicht das große Ganze.

„Doch seine Schwestern werden dafür sorgen, dass sein Wille ausgeführt wird. Es wird immer einen Sturm geben.“

„Dann überstehen wir ihn zusammen.“

Jetzt ist es an mir, den Kopf hängen zu lassen. 

„Wir haben es vorher auch ohne sie geschafft. Und wir können es wieder.“

Ich danke Zavala mit einem Nicken. Endlich sind wir derselben Meinung. Aber Ikora …

„Du siehst alles, außer, was du bereits hast.“

Sie dreht sich zum Gehen um und ich werde sie nicht aufhalten. Sie hat nicht Unrecht.

„Viel Glück.“

Zavalas Worte klingen hohl.

Es schmerzt mich, auf diese Weise fortzugehen, aber ich kann niemanden sonst in Gefahr bringen.

Nur ich allein kann diese Bürde schultern.

Sollte ich überleben, werden sie schon verstehen.
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